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IPv6Zusammenfassung
IPv6 ist ein Protokoll, das zur Übertragung von Daten vor allem im Internet, aber auch in anderen paketvermittelnden Computernetzen verwendet wird. Seit 2012 löst IPv6 schrittweise das bis dahin verwendete IPv4 ab. Dank des größeren Adressraums sind mit IPv6 genügend Adressen für jedes Gerät vorhanden, so dass dynamische IP-Adressen, wie sie mit IPv4 vergeben werden, nicht mehr nötig sind. Für Endanwender ändert sich durch die Umstellung nur wenig.
IPv6
Damit Computer in einem Netzwerk wie dem Internet Daten untereinander austauschen können, müssen sie eine eindeutige Kennung besitzen. Diese liegt in paketorientierten Netzwerken, wie dem Internet, als IP-Adresse (IP ist die Abkürzung für Internet Protocol) vor. Als Benutzer muss man sich diese Zahlen nicht merken, sondern kann stattdessen eine URL (wie www.google.de) eingeben. Sogenannte Domain Name Server (DNS) weisen den beteiligten Rechnern die zur URL passende IP-Adresse zu, so dass die Kommunikation möglich wird.
IPv4 – Adressknappheit beim Vorgänger
Bis zum 05.06.2012 wurde im Internet ausschließlich das Vorgängerverfahren IPv4 verwendet, das bereits 1981 definiert wurde. Dieses Verfahren benutzt 32-Bit-Adressen, die als vier, durch Punkte getrennte Dezimalzahlen notiert werden. Ein Beispiel für die Darstellung einer solchen IPv4-Adresse sieht folgendermaßen aus: 192.168.0.1 – dies ist üblicherweise die Adresse eines Routers im ebenfalls IP-basierten Heimnetzwerk. Da jede Dezimalzahl 8 Bit repräsentiert, kann keine der vier Zahlen größer sein als 255. Durch die Codierung mit 32 Bit ist der gesamte Adressraum auf knapp 4,3 Milliarden (2 hoch 32) IP-Adressen begrenzt. Bei der Spezifizierung ging man angesichts der der damals geringen Zahl im Betrieb befindlicher Rechner davon aus, dass dieser Adressraum ausreichend ist. Tatsächlich zeichnete sich aber schon um die Jahrtausendwende eine Adressknappheit ab. Das lag zum einen daran, dass der Erfolg des PCs überraschend kam und niemand vorhergesehen hatte, dass Computer bald in jedem Haushalt verfügbar sein würden. Zum anderen, dass die ersten Universitäten und Firmen – in der falschen Annahme über ausreichende Adressen zu verfügen – riesige Teile des Adressraums zugewiesen bekamen, die später fehlten. Angesichts der Adressknappheit behalfen sich Internet Service Provider (ISP) damit, den angeschlossenen Rechnern IP-Adressen dynamisch zuzuweisen. Auf diese Weise muss ein ISP nur genügend Adressen besitzen, um alle gleichzeitig im Internet befindlichen Computer versorgen zu können. Sind innerhalb eines Haushalts mehrere Geräte vorhanden, die über IPv4-Adressen kommunizieren, teilen sie sich über einen Router die Internetleitung. Der Router bekommt in diesem Fall die IPv4-Adresse zugewiesen und teilt den Geräten im Local Area Network, also dem Heimnetz, eigene, vom Internet aus nicht sichtbare IP-Adressen zu, die dadurch den IPv4-Adressraum nicht belasten.
IPv6 – jedes Gerät mit einer Adresse
Mit IPv6 erweitert sich der Adressraum auf 128 Bit, was rund 340 Sextillionen (2 hoch 128) Adressen ermöglicht. Auch wird es leichter, sich von unterwegs mit dem heimischen PC oder der NAS zu verbinden und so auf den eigenen Datenbestand zuzugreifen. Datenschützer befürchten in diesem Zusammenhang, dass durch die Zuweisung von festen IPv6-Adressen das Erstellen von Nutzerprofilen erleichtert wird, da jeder Nutzer im Internet anders als bei dynamisch vergebenen Adressen auch ohne Nachfrage beim Provider eindeutig identifizierbar ist.
Weitere Neuerungen von IPv6
Mit der Einführung von IPv6 ändert sich auch die Notation der IP-Adressen. Sie erfolgt bei IPv6 in 8 Blöcken mit jeweils 4 Hexadezimalzahlen in der Form: 2001:1d88:885a:14c2:13e9:8a22:0271:7444. Zu den weiteren Neuerungen zählen die Einführung von Quality of Service (QoS) und Internet Protocol Security (IPsec), einer Sicherheitsprotokoll-Suite für eine gesicherte Kommunikation über potentiell unsichere IP-Netze. Für den Benutzer sollen diese Änderungen weitgehend unbemerkt ablaufen. Sofern der Router und die Betriebssysteme mit IPv6 umgehen können, was bei praktisch allen zum Umstellungszeitpunkt (05.06.2012) zeitgemäßen Geräten der Fall ist, ist kein weiteres Zutun nötig. In den ersten Monaten nach der Einführung von IPv6 werden einige ISPs IPv6-Zugänge zunächst Neukunden anbieten und IPv4 parallel weiterlaufen lassen.
Aufmacherbild: © Torbz - Fotolia.com
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