Internet-TV

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Internet-TV

Zusammenfassung

Internet-TV ist ein Begriff, der die Integration von Internet und Fernsehen beschreibt. Dabei werden Fernsehprogramme und Filme via Video-Streams übertragen, per Set-Top-Box auf den Bildschirm gebracht oder mittels spezieller Plattform-Lösungen ins TV-Gerät eingebunden. Der Internetgigant Google plant für 2011, zusammen mit Sony reguläre Internetfernseher auf den Markt zu bringen, die mit Google TV das Internet inklusive Internetbrowser fernsehtauglich machen.

Internet-TV bringt das World Wide Web ins Wohnzimmer. Der Trend geht zu komplett onlinefähigen Fernsehern.

 

Internet-TV ist...

 

Der Trend bei technischen Geräten geht eindeutig immer mehr Richtung Vernetzung mit dem Internet: Handys, Smartphones und Spielkonsolen sind längst internetfähig und auch Fernsehgeräte sollen künftig zunehmend den bequemen Internetzugang vom Sofa aus bieten. Internet-TV oder Internetfernsehen heißt der Begriff, der die Integration von Internet und Fernsehen beschreibt.

Die Art, wie das World Wide Web auf den Fernseher übertragen wird, fällt recht unterschiedlich aus. Sie reicht von Set-Top-Boxen über spezielle Plattformlösungen der unterschiedlichen TV-Gerätehersteller bis hin zu Google TV, das den Internetzugriff auf dem Fernseher genau wie am Computer per Internetbrowser ermöglichen will.

 

Fernsehsendungen am PC

 

Bislang kommt die Verbindung Fernsehen und Internet eher über den Computer zu Stande: Im Rahmen des Internet-TV werden dabei Video-Streams von Fernsehsendungen über das Internet auf den Rechner übertragen. Anbieter von Fernsehprogrammen oder Filmen haben keine Möglichkeit, die Übertragungsqualität zu garantieren. Sie hängt alleine von der Beschaffenheit des Transportweges - des Internets - ab. Somit bleibt es dem Nutzer überlassen, sein Endgerät sowie die Stabilität seines Internetzugangs nach eigenen Wünschen zu wählen und sich dadurch selbst die Option auf Internet-TV in guter Qualität zu schaffen.

Um Internet-TV empfangen zu können, muss eine Netzwerkverbindung vom Streaming-Server des Senders über das Internet zum Empfangsgerät des Nutzers hergestellt werden. Auf dieser Basis erfolgt die Übertragung von ganzen Fernsehprogrammen oder einzelnen Videobeiträgen.

In anderen Fällen erfolgt die Übertragung einfach über ein Peer-to-Peer-Netz, also direkt von Nutzer zu Nutzer. Ein zentraler Server ist dafür nicht nötig.

 

Empfangsgeräte

 

Jedes Endgerät, das sowohl über einen Internetanschluss als auch über ein Video-Audio-Ausgabegerät verfügt, ist für den Empfang von Internet-TV geeignet. Die Verbindung kann über Kabel oder drahtlos über WiFi oder Bluetooth aufgebaut werden.

Als Empfangsgeräte fungieren PCs, die mit der entsprechenden Software ausgestattet sind. Verbindet man einen PC mit einem Fernsehgerät, ist die Ausgabe auch dort möglich. UMTS-Handys und andere mobile Endgeräte mit großem Display dienen ebenfalls als Empfangsgeräte. Set-Top-Boxen werden mit dem Router ans Internet angeschlossen. Über die Scartbuchse oder den HDMI-Eingang sind sie mit dem TV-Gerät verbunden. Somit zählen auch sie zu den Endgeräten. Darüber hinaus gibt es auch Digital Signage und andere Werbe- und Informationssysteme sowie Kiosksysteme, die Internet-TV-fähig sind.

 

Großbritannien integriert Fernsehen per Set-Top-Box "YouView"

 

In Großbritannien wollen die sieben britischen Fernsehsender BBC, ITV, BT, Channel 4, Talktalk, Arqiva und Five 2011 eine gemeinsame Set-Top-Box mit dem Namen "YouView" auf den Markt bringen.

 

"YouView" soll ohne monatliche Kosten den Empfang des unverschlüsselten TV-Angebots mit der sogenannten Catch-Up-TV-Funktion verbinden, über die Sendungen der vergangenen Tage als Stream über das Internet abrufbar sind.

"YouView" ist geräteunabhängig und gibt als Mindestanforderungen an einen entsprechenden Receiver unter anderem mindestens zwei DVB-T/-T2-Tuner und eine 300-GB-Festplatte an.

 

Deutschland und Frankreich setzen auf HbbTV

 

Mit HbbTV (Hybrid Broadcast Broadband TV) planen zahlreiche TV-Sender und Elektronikhersteller Internet-TV über Hybridfernseher umzusetzen. Auf den internationalen Standard HbbTV haben sich unter anderem die Firmen Sony, Loewe, LG und Philips sowie die deutschen Fernsehsender ARD, ZDF, RTL, ProSiebenSat.1 und auch das französische France Television sowie der Satellitenbetreiber Astra geeinigt. Auch der österreichische Rundfunk (ORF) möchte seine On-Demand-Plattform ”TVthek” mittels HbbTV auf die Fernseheschirme bringen. Dazu soll es zunächst ein Testprojekt geben und die rechtliche Situation abgeklärt werden.

 

HbbTV soll, ähnlich wie der recht veraltete Videotext, Zusatzinformationen und Inhalte des jeweiligen Senders per Internet auf dem Fernseher bereitstellen.

Die Firma Humax hat mit dem iCord HD+ bereits einen HbbTV-fähigen HDTV-Satelliten-Receiver auf den Markt gebracht, auch der Fernsehhersteller Loewe hat HbbTV-taugliche TVs angekündigt.

 

Sony, Panasonic und Loewe bringen TVs mit Plattformlösungen online

 

Einige Gerätehersteller haben eigene Plattformlösungen für Ihre Fernsehmodelle entwickelt, mit denen das Internet auf eine bestimmte Angebotsauswahl begrenzt auf dem Fernseher abrufbar wird. Die Angebote können gebührenpflichtige Videos on Demand oder Zusatzinformationen, die in Form von Widgets angezeigt werden, umfassen. Widgets sind Programme, die in einem Fenster auf dem Bildschirm dargestellt werden. Über sie ruft der User die Online-Dienste auf.  Beliebte Online-Services sind zum Beispiel Facebook, Twitter und YouTube

 

Panasonics VIERA CAST

 

Panasonic hat bereits 2009 die IPTV-Anwendung VIERA CAST für zahlreiche TV-Modelle präsentiert. Ohne Computer und direkt über die Fernbedienung können auf mit VIERA CAST ausgestatteten Flachbildfernsehern ausgewählte Internetinhalte und Internetdienste aufgerufen werden - unter anderem Twitter, arte, docufilms, myTVscout, Bild.de und Youtube. Sogar der IP-Telefonie-Anbieter Skype lässt sich mit VIERA CAST über das Fernsehgerät nutzen.

Dazu ist der Fernseher mit einem Ethernet-Kabel mit dem heimischen DSL-Anschluss verbunden.

 

Loewe Connect

 

Auch Loewe bietet mit Loewe Connect ein ähnliches Modell. Hier erlaubt die  "MediaNet"-Funktion die Einbindung von Online-Inhalten in das TV-Auswahlmenü und auch hier erfolgt die begrenzte Auswahl an Online-Inhalten per Fernbedienung. Die Übertragung erfolgt wahlweise über LAN, WLAN oder per Powerline über das Stromnetz.

 

Bravia Internet Video Bravia Internet Widgets

 

Mit dem Service „Bravia Internet Video“ können Online-Videos von bestimmten Anbietern am Bildschirm angesehen werden. Mit „Bravia Internet Widgets“ bietet Sony Online-Inhalte wie Facebook, Twitter oder Flickr an.

 

Sonys Onlineplattform Qriocity

 

Sony hat mit der Onlineplattform Qriocity gleich einen eigenen Online-Dienst für seine Fernseher der Bravia-Reihe und Blu-ray-Player ins Leben gerufen. Im November 2010 startete das Video on Demand-Angebot in Deutschland. Ein Starttermin für Österreich ist noch nicht fixiert.

Mit Qriocity können dann kostenpflichtige Kinofilme aus dem Internet direkt auf den Fernseher oder Blu-ray-Player per Stream übertragen werden.

Anfang 2011 startete Sony in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien auch sein Musikangebot "Music Unlimited powered by Qriocity" mit Millionen von Songs. In Österreich ist dieser Dienst noch nicht verfügbar.

Qriocity wird laut Sony anfangs auf Bravia-Fernsehern, Blu-ray-Playern und Blu-ray-Heimkino-Systemen von Sony aus dem Jahr 2010 sowie der PlayStation 3 und auf Vaio-Notebooks verfügbar sein.

Langfristig plant Sony auch, seinen E-Book-Reader in Qriocity zu integrieren und somit E-Books auf den Fernseher zu bringen.

 

Philips: Net-TV

 

Auch Philips hat mit Net-TV bereits internettaugliche Fernsehgeräte auf den Markt gebracht. Mit Net-TV stehen Nutzern internationale Kinofilme und TV-Serien gegen eine Gebühr zur Verfügung. Diese werden von verschiedenen Online-Videotheken zur Verfügung gestellt. Mit "Diva" ist nun ein weiterer Anbieter bei Net-TV dazu gekommen. Er liefert Inhalte für Deutschland, Österreich und der Schweiz. Neben Filmen bietet Net-TV auch Internetvideos von Anbietern wie YouTube. Philips erweitert zudem seine Online-Dienste. In Deutschland stehen zum Beispiel die ZDF Mediathek, die ARD Mediathek und Inhalte der ProSiebenSat1-Gruppe dem Net-TV-Konsumenten zur Verfügung.  Zudem werden Kunden mit Net-TV über 20.000 Radiosender weltweit empfangen können. Ein weiteres Service von Net-TV ist das App iconcerts. Damit haben Net-TV-Konsumenten künftig Zugriff auf eine Vielzahl von Musikkonzertmitschnitten. Der Start dieser Dienste ist jedoch länderspezifisch.

 

Samsung: "Internet@TV"

 

Auch Samsung hat ein ähnliches Modell entwickelt. "Internet @ TV" bietet ebenfalls Online-Inhalte am Fernsehschirm wie Wetterinformationen, Nachrichten und YouTube-Videos. Ebenfalls können mit Blockbuster On Demand Filmtiteln gekauft oder gemietet werden. Internet @ TV-Geräte bieten zudem einen Zugriff auf Facebook, Ebay oder Twitter.

  

Google TV

 

Google entwickelt mit Google TV ein eigenes Konzept Internetinhalte auf dem Fernsehschirm zu bringen.

Google TV soll den Internetbrowser Chrome komplett in den Fernseher integrieren und das World Wide Web mit Fernbedienung und Tastatur vom Sofa aus abrufbar machen. Alternativ kann auch ein Android-Handy als Fernbedienung eingesetzt werden.

 

Bei Google TV legt sich eine halbtransparente Suchmaske über das Fernsehbild und durchsucht gleichzeitig die verfügbaren Fernsehprogramme und das Internet nach zum eingegebenen Suchbegriff passenden Inhalten.

Sony hat bis Herbst 2010 vier Flat-TVs und einen Blu-ray-Player entwickelt, die Google-TV integriert haben. Diese Produkte wurden im Oktober 2010 in den USA vorgestellt. Die ersten Produkte mit Google TV kamen noch im Herbst 2010 in den USA auf den Markt. Der Start verlief allerdings nicht wie erwartet. So ist auch ein möglicher Starttermin für Deutschland, Österreich und die Schweiz zu diesem Zeitpunkt (Februar 2011) noch nicht absehbar. Zur Steuerung von Google-TV steht dem Kunden eine große Fernbedienung zur Verfügung, die auch über eine QWERTY-Tastatur verfügt. Logitech bringt eine Set-Top-Box mit dem Namen "Revue" auf den Markt, mit der Google-TV auf jedem Bildschirm empfangbar sein soll.  

 

Google-TV möchte neben kostenlosen Inhalten auch Filme zum Verkauf anbieten. Online-Inhalte wie YouTube, Netflix, Facebook, Twitter oder CNBC sollen ebenfalls dem Kunden zur Verfügung stehen. So soll es auch möglich sein, zwischen einem Film und einem YouTube-Video hin und her zu switchen oder gleichzeitig zu nutzen. Weiters soll Google die Möglichkeit bieten Fernsehsendungen aufzuzeichnen um sie zu einem späteren Zeitpunkt ansehen zu können.

 

Alle vier TV-Geräte von Sony, die Google-TV integriert haben, verfügen über vier HDMI-, und vier USB-Anschlüsse. Dazu unterstützen sie WLAN.

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