Notruf mit dem Handy: So holst du beim Wandern Hilfe

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Du hast dir den Knöchel verstaucht und kannst nicht mehr vom Berg absteigen? Wir erklären dir, wie du in Österreich per Handy einen Notruf absetzen und Hilfe holen kannst.
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Notruf mit dem Handy holen
Auch wenn du ein erfahrener Wanderer bist, kannst du am Berg und im Tal in eine Notlage geraten. Ein plötzlicher Wetterumschwung, ein verknackster Knöchel oder du hast dich verirrt: Auf einer Wandertour kann schnell Unvorhergesehenes passieren. Vielleicht bist du nicht einmal selbst in Not geraten, sondern möchtest anderen Wanderern helfen. Mit einem Handy – egal, ob Smartphone oder Outdoor-Handy – kannst du Hilfe rufen. Dazu solltest du aber bereits vor Antritt der Wanderung dein Mobiltelefon auf eventuelle Notfälle vorbereiten. Wir erklären dir in diesem Ratgeber, wie du das Gerät notfallfit machst, wen du anrufst, welche Informationen du beim Notruf mit dem Handy brauchst und was du sonst noch alles beachten solltest.
Das Handy für Notfälle vorbereiten Damit dein Mobiltelefon möglichst optimal auf die nächste Wandertour eingestellt ist, haben wir hier eine kleine Checkliste. Wichtig: Je nach Handy und Android-Version können die Einstellungen auf deinem Telefon etwas anders heißen.
- Ladestand prüfen
Vor der Wanderung solltest du unbedingt das Handy aufladen, damit du in einer Notsituation nicht auch noch mit einem fast leeren Akku kämpfen musst. - Stromversorgung sicherstellen
Am besten eine Powerbank mitnehmen, damit das Handy auch bei längeren Pausen immer einsatzbereit ist. - Notfallpass einrichten
Du solltest auf jeden Fall vorher den Notfallpass am Smartphone einrichten, damit Ersthelfer alle wichtigen medizinischen Informationen sofort am Sperrbildschirm ablesen können. Dabei kannst du auch deine Notfallkontakte hinterlegen, die im Falle des Falles gemeinsam mit der Rettung benachrichtigt werden sollen. Und so kannst du den Notfallpass einrichten:
Android
Gehe in die Einstellungen und öffne den Menüpunkt „Sicherheit und Notfall“. Jetzt trägst du deine Daten in die Punkte „Medizinische Informationen“ und „Notfallkontakte“ ein. Wichtig ist, die Option „Auf Sperrbildschirm anzeigen“ zu aktivieren.
iOS
Öffne die Health-App und tippe oben rechts auf dein Profilbild. Jetzt wählst du Notfallpass aus und gehst auf „Bearbeiten“. Trage deine Kontakte und Daten ein und aktiviere unbedingt „Im Sperrbildschirm anzeigen“.
- Mit Notruf vertraut machen
Schon vor Wanderbeginn solltest du wissen, wie du die SOS- oder Notruffunktion deines Smartphones bedienst. Wenn du dir die Tastenkombinationen nicht gut merken kannst, steck dir einen kleinen Notizzettel gemeinsam mit den Notrufnummern in den Rucksack.
Android
Drücke die Ein-/Aus-Taste fünfmal oder öfter hintereinander. Dann erscheint entweder ein Countdown oder der Notruf wird sofort abgesetzt. Auch über den Sperrbildschirm kannst du um Hilfe rufen: Wische nach oben und tippe auf Notruf. Es erscheint der Nummernblock und du kannst die Notrufnummer eintippen.
iOS
Halte die Seitentaste (Ein/Aus) und eine der Lautstärketasten so lange gedrückt, bis „Notruf/SOS“ erscheint. Halte die Tasten weiter gedrückt, bis der Notruf abgesetzt wird. Auch hier kannst du schnell hintereinander auf die Seitentaste tippen, um den Countdown für den Notruf am Handy zu starten. Achtung: Du musst diese beiden Notruf-Möglichkeiten zuvor in den Einstellungen unter „Notruf SOS“ einschalten.
- GPS aktivieren
Aktiviere GPS, damit dein Smartphone deinen aktuellen Standort möglichst präzise bestimmen kann. Das ist wichtig, wenn du im Notfall möglichst rasch gefunden werden willst.
Android
Öffne die Schnelleinstellungen, indem du am Bildschirm zweimal von oben nach unten wischst, und suche nach „Standort“ oder „GPS“. Tippe darauf, bis es hervorgehoben ist. Du kannst alternativ in die Einstellungen gehen und auf „Standort“ sowie „Standort verwenden“ tippen.
iOS
Tippe auf „Einstellungen“ und danach „Datenschutz & Sicherheit“. Jetzt gehst du in die Ortungsdienste und aktivierst den Schalter bei „Ortungsdienste“.

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- Koordinaten bestimmen Wenn du gut vorbereitet in eine Wanderung gehen willst, solltest du außerdem wissen, wo du deine aktuellen Koordinaten findest. Diese setzen sich immer aus zwei Zahlenfolgen zusammen, einem Breiten- und einem Längengrad. Beide gemeinsam ergeben deinen derzeitigen Standort.
Android
Hier kannst du deinen Finger in Google Maps auf den blauen Punkt halten, der deinen derzeitigen Standort markiert. Eine rote Stecknadel erscheint und du siehst am unteren Bildschirmrand deine aktuellen Koordinaten.
iOS
Auf iPhones ist eine praktische Kompass-App installiert, die du nur öffnen musst, um die Koordinaten am unteren Bildschirmrand zu sehen. Dazu musst du vorher allerdings die Ortungsdienste für die App aktivieren. Wenn du keine genauen Koordinaten sehen kannst, gehe in die „Einstellungen“ und „Ortungsdienste“ und gib für den Kompass die Verwendung des „genauen Standorts“ frei.
Tipp: Die Koordinaten bestehen aus einer ein- oder zweistelligen Zahl, einem Punkt und anschließend mehreren Ziffern. Wenn du zum Beispiel 48.1231 den Rettungskräften vorliest, dann am besten so: „Achtundvierzig Punkt eins, zwei…“.
- Offline-Karten
Vorsorglich solltest du dir die nötigen Offline-Karten oder Wander-Apps bereits zu Hause herunterladen, falls du auf deiner Tour in ein Funkloch gerätst. Damit stellst du sicher, dass du – gemeinsam mit einer Kompass-App – immer am richtigen Weg bleibst und dich nicht so schnell verirrst. Wichtig ist, dass du nach dem Download einmal die App oder die Karte öffnest und prüfst, ob du alle Inhalte auch wirklich aufrufen kannst. - Schutz für das Handy
Nicht nur in den Bergen kannst du auf einer Wandertour von einem Unwetter überrascht werden. Die Sicht wird schlechter, im Herbst kann Nebel einfallen und das Handy muss dich beim Navigieren unterstützen. Besorge dir daher rechtzeitig eine wasserdichte Handyhülle, damit das Telefon auch heftigere Regengüsse gut übersteht. - Notruf über Satellit
Wenn du ganz sicher gehen willst, dass du in einem Notfall auch Hilfe anfordern kannst, besteht die Möglichkeit, via Satellit Kontakt zu den Rettungskräften herzustellen. Das bieten zum Beispiel iPhones (ab iPhone 14) und Google Pixel-Modelle (ab Pixel 9 – aber nicht das 9a). Auf beiden Smartphone-Reihen kannst du außerdem vorab eine Demo zu einer Satellitenverbindung durchlaufen, ohne dass du wirklich einen Notruf absetzt.
Was tun im Notfall?
Eine Checkliste
Wenn trotz sorgfältiger Vorbereitung ein Notfall passiert, dann ist es wichtig, dass du einen kühlen Kopf bewahrst und die richtigen Schritte unternimmst.
- Situation einschätzen
Bevor du Kontakt zu den Rettungskräften aufnimmst, solltest du dir einen Überblick über die Situation verschaffen. Was ist passiert und bin ich selbst betroffen? Ist jemand verletzt und wie kann ich helfen? Wichtig ist, dass du mit der Einschätzung bei dir selbst beginnst. Nur wenn du weißt, dass es dir gut geht, dann solltest du auch anderen helfen. - Eigenschutz
Du darfst außerdem, um anderen zu helfen, kein Risiko eingehen. Gerade in den Bergen ist es oft sinnvoller, wenn du auf erfahrene Rettungskräfte wartest. - Erste Hilfe leisten
Hat sich jemand aus deiner Wandergruppe verletzt oder hast du jemanden in einer Notlage vorgefunden, dann solltest du im Rahmen deiner Möglichkeiten unbedingt Erste Hilfe leisten. - Hilfe holen
Wenn du Erste Hilfe leistest, dann solltest du abwägen, ob nicht doch die Hilfe von Rettungskräften notwendig ist. - Notruf mit dem Handy
Wenn professionelle Hilfe notwendig ist, beispielsweise weil du dich verirrt hast, verletzt bist oder auf einem Felsvorsprung festsitzt, kannst du einen Notruf mit dem Handy absetzen. Dabei darfst du dich nicht selbst in Gefahr bringen, beispielsweise weil du auf einem Abhang herumkletterst, um besseren Empfang zu suchen.

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Wen rufe ich im Notfall an?
Wenn die Notlage den Einsatz von professionellen Helfern erfordert, dann stellst du dir vermutlich die Frage: Wen rufe ich an? In Österreich gibt es drei Nummern, die dir bei Notfällen weiterhelfen können.
112 – Europäischer Notruf
Diese Nummer kannst du in ganz Europa gebührenfrei anrufen und wirst automatisch zur nächsten Leitstelle in der Umgebung umgeleitet. Diese Nummer kannst du selbst bei aktiver Telefonsperre, ohne SIM-Karte, PIN, Guthaben oder Provider anrufen.
140 – Bergrettung
Wenn du in alpinem oder unwegsamem Gelände in eine Notlage gerätst, dann solltest du die Bergrettung zu Hilfe rufen. Wenn jemand aus deiner Wandergruppe vermisst wird, verletzt ist, sich verirrt hat oder in eine andere Notsituation geraten ist, können dir die erfahrenen Bergretter weiterhelfen. Tipp: Bei einem Notfall am Berg kannst du auch den Europäischen Notruf mit dem Handy kontaktieren.
144 – Rettung
Diese Notrufnummer ist vor allem interessant, wenn medizinische Hilfe benötigt wird. Ist der Unfallort über den Wanderweg gut zugänglich (also nicht in unwegsamem Gelände), dann solltest du die Rettung rufen.
Was sage ich beim Notruf mit dem Handy?
Wo ist der Notfall? Die wohl wichtigste Information für die Rettungskräfte ist, wo der Unfall etc. passiert ist. Sollte die Verbindung an dieser Stelle abreißen, wissen die Retter zumindest, wohin sie aufbrechen müssen. Du solltest versuchen, möglichst genau zu beschreiben, wohin die Hilfskräfte kommen sollen. Vielleicht können sie sich an einer Hütte, einem Gipfel oder anderen Wegpunkten orientieren. An dieser Stelle ist es zudem hilfreich, wenn du deine Koordinaten durchgibst.
Was ist passiert?
Damit für die Einsatzkräfte klar wird, welche Art von Hilfe benötigt wird, solltest du die Situation möglichst genau beschreiben. Handelt es sich um einen Kreislaufkollaps oder Sturz, hat sich jemand verirrt oder ist in ein schweres Gewitter gekommen? Diese Infos sind wichtig, damit der Rettungseinsatz richtig geplant werden kann.
Wer ist betroffen?
Um das Ausmaß des Einsatzes abzugrenzen, müssen die Retter wissen, wie viele Personen insgesamt betroffen sind. Ist eine Einzelperson in Not oder eine ganze Schülergruppe?
Welche Bedingungen herrschen vor?
Unter diese Frage fallen sowohl die Wetterbedingungen, wie etwa Nebel, Sturm oder Dunkelheit, als auch das Gelände, wie steile Abhänge oder Felsspalten.
Erreichbar bleiben
Nach dem Absetzen des Notrufs solltest du nicht einfach weitergehen, sondern die Anweisungen der Leitstelle befolgen. Es kann sein, dass du für Rückfragen erreichbar bleiben und auf die Rettungskräfte warten sollst. Falls sie den Standort nicht sofort finden, fragen sie vielleicht noch einmal bei dir nach.
Kein Netz: Kann ich trotzdem Hilfe holen?
Vor allem in abgelegenen Gebieten oder im alpinen Gelände kannst du schnell auf Funklöcher stoßen. Das bedeutet, du hast keine Mobilfunkverbindung und kannst nicht telefonieren. Wenn du trotzdem einen Notruf mit dem Handy absetzen möchtest, dann hast du folgende Möglichkeiten:
- 112 – Der Europäische Notruf funktioniert auch mit Funknetzen anderer Anbieter, sollte das Netz deines Providers gerade nicht verfügbar sein.
- Ist kein Mobilfunknetz verfügbar, kannst du versuchen, über das Satellitennetz einen Notruf mit dem Handy durchzuführen.
- Ist auch ein Notruf per Satellit nicht möglich, beispielsweise weil dein Smartphone diese Funktion nicht besitzt, dann kannst du immer noch auf das alpine Notsignal zurückgreifen: 6 Signale pro Minute (also alle zehn Sekunden), dann eine Minute Pause. Anschließend wiederholst du diesen Zyklus. Bekommst du Antwort, erhältst du 3 Signale pro Minute (alle 20 Sekunden). Signale sind etwa Hilferufe, Pfeifen, Aufleuchten der Taschenlampe etc.

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FAQ: Häufig gestellte Fragen
Fazit: Notruf mit dem Handy
Wenn du gerne wanderst oder dich häufig auf alpinen Routen bewegst, ist das Smartphone in vielen Fällen ein wertvoller Begleiter. Gerätst du in eine Notlage, dann kannst du einen Notruf mit dem Handy absetzen und Rettung oder andere Ersthelfer herbeirufen. Die Voraussetzung ist allerdings, dass du dein Telefon schon vor Antritt der Wanderung richtig vorbereitest. Dazu solltest du wichtige Notfall-Kontakte und einen Notfallpass abspeichern. Für den Ernstfall solltest du außerdem wissen, welche Nummer du am besten anrufst und welche Informationen für die Helfer am wichtigsten sind. Kannst du dich nicht mit deinem Mobilfunknetz verbinden, gibt es noch weitere Möglichkeiten, um Hilfe zu holen – beispielsweise per Satellit oder mit dem analogen alpinen Notsignal.
